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28. Etappe Kradolf - Müllheim

17. November 2022 (1 Tag)


Immer wieder gelingt es mir, dass ich die Qualität des Seins, wenn ich pilgernd unterwegs bin, in meinen Alltag übernehmen kann...insbesondere wenn die Abstände dazwischen kurz sind. An manchen Tagen kann ich meine Arbeit auf den sehr frühen Morgen und auf den späteren Abend legen - so auch heute. Ich nehme einige ungeklärte Fragen und Aufgabenstellungen auf meinen Weg mit. Oftmals haben sich die Antworten wie von selbst beim beWEGen gezeigt und die meisten Ideen sind beim absichtslosen Gehen entstanden.

Das macht meine Arbeit nicht nur effizienter, sondern bereichert diese mit vielen kreativen Inputs.






Später Vormittag, ich setze meinen Weg entlang der Thur fort...ich habe keinen Wetterbericht geschaut. Es ist bewölkt...grade als ich zum Istighofer Weiher komme, beginnt es zu regnen - gutes Timing! Unter dem Dach eines Picknickplatz sitzend, schaue ich zu,

wie -mal mehr, mal weniger stark- die Regentropfen auf die grünschimmernde Wasserfläche prasseln.

Bis ich mit meinem Lunch fertig bin, nieselt es nur noch und vielleicht schafft die Sonne es, sich heute mal zwischen den Wolken zu zeigen...











So ein schöner Baum, in bunten Herbstfarben, seine Äste wie ein schützendes Dach weit ausgebreitet, lädt mich ein, mich mal darunter zu legen und in den inzwischen etwas blauen Himmel zu schauen...

"Stark wie ein Baum, der tief in die Erde wurzelt und sich weit dem Himmel entgegen streckt, möchte ich standhaft bleiben, welche Stürme im Aussen auch noch kommen mögen..." spricht eine innere Stimme zu mir. Damit spaziere ich lächelnd weiter...








Von der alten Holzbrücke über die Thur öffne ich das Fenster und blicke in eine Landschaft, wie als würde ich das Tor zu einer Seelenwelt öffnen, die mir neue Geschichten erzählt...

So schrieb Mark Aurel:

"Auf die Dauer der Zeit nimmt die Seele die Farben der Gedanken an."

Damit dies gelingen kann, tut es gut, weise zu wählen, in welchem Umfeld die Seele blühen kann.







Und wenn wir genauer hinschauen, finden wir auch in dem oft zu Unrecht als "grau" bezeichneten November immer wieder Blüten, die kraftvoll genug sind, um auch in dieser Jahreszeit ihre Pracht zu offenbaren. Mir ist zuvor in keiner Zeit so sehr aufgefallen, in welcher Vielfalt Blumen auch noch im Winter draussen blühen können.


Im Wolkenschauspiel der untergehenden Sonne erreiche ich den Bahnhof Müllheim. Ich fahre nach Hause, mit neuen Impulsen - nicht nur, aber auch, für meine Arbeit.



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